Omega-6
Omega-6-Fettsäuren als Kapseln und Öl: Nachtkerzenöl, Borretschöl, Johannisbeerkernöl und Kombinationen mit Omega-3. Wir erklären, worauf es beim GLA-Gehalt und beim Oxidationsschutz ankommt und für wen eine Ergänzung passt.Mehr erfahren →
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Omega-6-Fettsäuren: Linolsäure, GLA und das Verhältnis zu Omega-3
Was Omega-6-Fettsäuren sind
Omega-6 ist keine einzelne Substanz, sondern eine Gruppe mehrfach ungesättigter Fettsäuren. Die bekannteste ist Linolsäure. Der Körper kann sie nicht selbst bilden, sie muss über das Essen kommen. Aus Linolsäure entsteht im Körper Gamma-Linolensäure, kurz GLA, danach Dihomo-Gamma-Linolensäure und am Ende Arachidonsäure. Linolsäure trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels im Blut bei. Diese zugelassene Aussage gilt ab einer täglichen Aufnahme von 10 g Linolsäure, also deutlich mehr, als in einer Kapsel steckt.
Damit unterscheidet sich Omega-6 klar von Omega-3. Linolsäure steckt reichlich in Sonnenblumen-, Mais- und Distelöl, ein echter Mangel ist bei uns selten. In der üblichen Mischkost liegt das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 oft bei 10:1 bis 25:1, während die Deutsche Gesellschaft für Ernährung 5:1 als Richtwert nennt. Wer gezielt ergänzt, tut das deshalb selten wegen der Menge, sondern wegen einer einzelnen Fettsäure. Einen Überblick über alle Öle finden Sie in unserer Kategorie für Fettsäuren.
Die Formen unterscheiden sich deutlich
- Nachtkerzenöl: viel Linolsäure, dazu ein mittlerer Anteil GLA. Die am längsten genutzte GLA-Quelle.
- Borretschöl: höherer GLA-Anteil, dafür genügen weniger Kapseln pro Tag.
- Johannisbeerkernöl: liefert GLA und zusätzlich etwas Alpha-Linolensäure.
- Arachidonsäure aus Pilzöl: pflanzliche Quelle für ARA, die sonst vor allem in Fleisch und Eiern vorkommt.
- Kombinationen mit Omega-3 und Omega-9: bequem, aber pro Kapsel wenig von jeder Fettsäure.
Praktisch heißt das: die Fettsäure zählt mehr als die große Zahl auf der Vorderseite. Ein Produkt mit 1.000 mg Nachtkerzenöl liefert weniger GLA als eines mit 500 mg Borretschöl. Rechnen Sie deshalb immer mit dem GLA-Gehalt pro Tagesportion, nicht mit der Ölmenge.
GLA und Linolsäure reagieren empfindlich auf Sauerstoff und Licht. Deshalb enthalten gut gebaute Kapseln natürliches Vitamin E, und das Öl wird kaltgepresst. Wenn Sie wenige Kapseln schlucken möchten, sind Kapseln mit Borretschöl praktischer, weil pro Kapsel mehr GLA enthalten ist.
So wählen wir Produkte mit Omega-6 aus
Wir achten auf drei Dinge: welche Fettsäure enthalten ist, wie viel GLA pro Kapsel deklariert wird und wie das Öl vor Oxidation geschützt ist. Öle ohne Angabe des GLA-Gehalts nehmen wir nicht auf, denn dann bleibt unklar, was Sie täglich bekommen. Wir bevorzugen kaltgepresste Öle mit natürlichem Vitamin E. Wir kaufen direkt bei den Marken, jedes Produkt geht vor dem Verkauf durch unser Compliance-Team, und unabhängige Labore prüfen Chargen zusätzlich. Mehr dazu in unserer Erklärung, wie wir auswählen.
Für wen eine Ergänzung passt
Sinnvoll ist Omega-6 vor allem dann, wenn es Ihnen um GLA geht, eine Fettsäure, die in Lebensmitteln kaum vorkommt. Ebenso, wenn Sie sich vegan ernähren und Arachidonsäure nicht über Fleisch oder Eier aufnehmen. Wer viel Sonnenblumenöl und Fertigprodukte isst, verändert das Fettsäuremuster dagegen eher über Produkte mit Omega-3 und über Raps- oder Leinöl in der Küche.
Ehrlich bleiben heißt auch: für GLA gibt es bislang keine von der EFSA zugelassene gesundheitsbezogene Aussage. Zugelassen ist nur die Angabe zur Linolsäure und zum Cholesterinspiegel im Blut. Nehmen Sie die Kapseln zu einer Mahlzeit mit etwas Fett ein und geben Sie sich zwei bis drei Monate, bevor Sie ein Urteil fällen. Fettsäuren bauen sich langsam in die Zellmembranen ein, schnelle Effekte sind hier nicht zu erwarten.
Häufig gestellte Fragen
Omega-6 ist eine Familie mehrfach ungesättigter Fettsäuren. Die wichtigste ist Linolsäure, die der Körper nicht selbst bilden kann. Aus ihr entstehen Gamma-Linolensäure (GLA), Dihomo-Gamma-Linolensäure und Arachidonsäure (ARA). Alle sind Bausteine der Zellmembranen und Vorstufen von Botenstoffen. Die Zahl 6 gibt nur an, an welcher Stelle im Molekül die erste Doppelbindung sitzt, sie sagt nichts über die Wirkung der einzelnen Fettsäure.








