Süßungsmittel
Entdecke Süßungsmittel als Zuckerersatz: Erythrit und Xylit zum Streuen, Stevia als Tropfen, Tabletten und Sticks. Wir erklären, welche Form zu Kaffee, Backen oder unterwegs passt und worauf du bei der Dosierung achtest.Mehr erfahren →
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Zuckerersatz verstehen: Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe im Alltag
Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe sind nicht dasselbe
In der EU sind 19 Süßungsmittel zugelassen. Elf davon zählen zu den Süßstoffen, etwa Sucralose (E 955), Aspartam (E 951) und Steviolglykoside (E 960). Acht sind Zuckeraustauschstoffe, darunter Xylit (E 967) und Erythrit (E 968). Der Unterschied fällt im Alltag auf: Süßstoffe süßen extrem stark, Sucralose etwa 600-mal stärker als Zucker. Du brauchst davon nur winzige Mengen. Zuckeraustauschstoffe dosierst du fast wie Zucker und nutzt sie auch für das Volumen im Teig. Willst du Süße ganz weglassen, findest du bei uns auch Produkte ohne Süßstoffe.
Die Form entscheidet, wo ein Süßungsmittel passt
Die meisten Fehlkäufe entstehen nicht durch die Marke, sondern durch die falsche Form:
- Streusüße und Pulver: zum Backen und Kochen. Reines Erythrit hat rund 70 Prozent der Süßkraft von Zucker, du brauchst also etwas mehr davon. Mischungen mit Steviolglykosiden ersetzen Zucker meist 1:1.
- Tropfen: für Kaffee, Tee, Quark oder Shakes. Sehr sparsam im Verbrauch, zum Backen aber ungeeignet, weil das Volumen fehlt.
- Tabletten und Sticks: für unterwegs und im Büro, weil jede Portion gleich groß ist.
Auch der Geschmack unterscheidet sich. Erythrit hinterlässt oft einen leicht kühlen Eindruck auf der Zunge. Steviolglykoside können in höherer Dosis bitter oder lakritzartig wirken. Deshalb sind Mischungen aus beidem so verbreitet: sie mildern beide Effekte. Wer Kohlenhydrate zählt, kombiniert Süßungsmittel häufig mit keto-freundlichen Produkten.
Ehrlich zur Verträglichkeit
Zuckeraustauschstoffe wie Erythrit und Xylit werden im Darm nur langsam abgebaut und binden dort Wasser. Bei größeren Mengen kann das Blähungen oder Durchfall auslösen. Genau deshalb müssen Tafelsüßen mit mehr als 10 Prozent dieser Stoffe den Hinweis tragen, dass sie bei übermäßigem Verzehr abführend wirken können. Für Süßstoffe wie Stevia oder Sucralose gilt das nicht. Praktisch heißt das: fang mit kleinen Mengen an und steigere über ein bis zwei Wochen. Dann merken die meisten Menschen nichts mehr davon.
So wählen wir unsere Süßungsmittel aus
Wir schauen auf drei Dinge: die Form, die Dosierung und Kombinationen, die wirklich Sinn ergeben. Bei Streusüße bevorzugen wir feinkristallines Erythrit, weil es sich schneller löst und im Mund weniger sandig wirkt. Bei Tropfen achten wir darauf, dass der Gehalt an Steviolglykosiden pro Portion klar angegeben ist. Wir sind markenneutral und führen nur Marken, hinter denen wir stehen. Wir kaufen direkt bei ihnen ein, jedes Produkt geht vor dem Livegang durch unser Compliance-Team, und unabhängige Labore prüfen Chargen stichprobenartig. So wählen wir Marken und Produkte aus.
Süßungsmittel eignen sich für dich, wenn du Zucker in Kaffee, Backwaren oder Shakes ersetzen willst und dabei die Süße behalten möchtest. Wer lieber schlicht dosiert, greift zu Produkten in Pulverform. Wer unterwegs süßt, ist mit Tabletten besser bedient. Erwarte keinen identischen Geschmack wie Haushaltszucker, aber eine Süße, die sich in den meisten Rezepten unauffällig einfügt.
Häufig gestellte Fragen
Was sind Süßungsmittel und welche Arten gibt es?
Süßungsmittel sind zugelassene Lebensmittelzusatzstoffe, die süßen, ohne Haushaltszucker zu sein. Sie tragen eine E-Nummer. Man teilt sie in zwei Gruppen: Süßstoffe mit sehr hoher Süßkraft, zum Beispiel Steviolglykoside (E 960), Sucralose (E 955) oder Aspartam (E 951), und Zuckeraustauschstoffe, also Zuckeralkohole wie Xylit (E 967), Erythrit (E 968) oder Sorbit (E 420). In der EU sind insgesamt 19 Süßungsmittel zugelassen, elf davon gelten als Süßstoffe.
Wie viel Süßungsmittel brauche ich anstelle von Zucker?
Das hängt von der Süßkraft ab. Reines Erythrit süßt schwächer als Zucker, du brauchst etwa die 1,2- bis 1,4-fache Menge. Xylit lässt sich in Rezepten meist 1:1 austauschen. Fertige Mischungen aus Erythrit und Steviolglykosiden sind oft so eingestellt, dass 100 g wie 100 g Zucker süßen. Bei Tropfen und Tabletten hilft nur die Angabe auf dem Etikett, weil die Süßkraft je nach Produkt stark schwankt. Wenn du Kalorien im Blick hast, findest du weitere passende Produkte im Bereich Gewichtsmanagement.
Welche Form soll ich wählen?
Entscheide nach Anwendung, nicht nach Preis pro Kilo:
| Form | Passt zu | Zu beachten |
|---|---|---|
| Streusüße | Backen, Kochen | Kühler Effekt möglich |
| Pulver, fein | Cremes, Getränke | Löst sich schneller |
| Tropfen | Kaffee, Tee, Shakes | Kein Volumen im Teig |
| Tabletten, Sticks | Unterwegs, Büro | Feste Portionsgröße |
Viele Nutzer kombinieren: Streusüße für Rezepte, Tropfen für Getränke.
Kann ich mit Süßungsmitteln backen und sie erhitzen?
Erythrit, Xylit und Steviolglykoside sind hitzestabil und lassen sich zum Backen verwenden. Zwei Punkte solltest du kennen. Erythrit kristallisiert beim Abkühlen wieder aus, Glasuren werden dadurch leicht körnig. Und das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, Sucralose nicht über 120 Grad Celsius zu erhitzen, weil dabei möglicherweise unerwünschte Verbindungen entstehen und für eine abschließende Bewertung noch Daten fehlen. Für heiße Speisen sind Erythrit und Steviolglykoside daher die praktischere Wahl.
Warum bekommen manche Menschen von Erythrit oder Xylit Blähungen?
Zuckeraustauschstoffe werden im Dünndarm nur teilweise aufgenommen. Der Rest gelangt in den Dickdarm, bindet Wasser und wird von Bakterien vergoren. Das kann Blähungen oder weichen Stuhl verursachen. Erythrit wird meist besser vertragen als Xylit, weil dafür größere Mengen nötig sind. Deshalb tragen Produkte mit mehr als 10 Prozent dieser Stoffe den Pflichthinweis zur abführenden Wirkung. Süßstoffe wie Stevia oder Sucralose haben diesen Effekt nicht. Steigere die Menge langsam über ein bis zwei Wochen.
Ist Xylit wirklich gefährlich für Hunde?
Ja. Xylit ist für Hunde bereits in kleinen Mengen hochgiftig, weil es bei ihnen eine starke Insulinausschüttung auslöst. Für Menschen ist derselbe Stoff ein zugelassener Zuckeraustauschstoff. Wenn ein Hund im Haushalt lebt, bewahre Xylit und damit gebackene Kuchen, Kaugummis oder Zahnpflegeprodukte außerhalb seiner Reichweite auf. Erythrit gilt in dieser Hinsicht als unproblematischer. Wer sich unsicher fühlt, wählt für den Alltag lieber Erythrit oder Steviolglykoside.
Sind Süßungsmittel für Kinder und in der Schwangerschaft geeignet?
Alle in der EU zugelassenen Süßungsmittel sind vor der Zulassung bewertet worden, und das BfR hat auch geprüft, ob es besonders empfindliche Gruppen wie Kinder oder Schwangere gibt. Wichtig ist die Menge: Kinder haben ein geringeres Körpergewicht, deshalb ist ihr Spielraum bis zum ADI-Wert kleiner, besonders bei gesüßten Getränken. Produkte mit Aspartam tragen den Hinweis, dass sie eine Phenylalaninquelle enthalten, was für Menschen mit Phenylketonurie relevant ist. Bei Unsicherheit frag deine Ärztin oder Hebamme.
Wie viel Süßstoff pro Tag gilt als akzeptabel?
Für Süßstoffe gibt es einen ADI-Wert, also die akzeptable tägliche Aufnahmemenge pro Kilogramm Körpergewicht, die über ein ganzes Leben als unbedenklich gilt.
| Süßungsmittel | ADI in mg/kg Körpergewicht pro Tag |
|---|---|
| Aspartam (E 951) | 40 |
| Sucralose (E 955) | 15 |
| Acesulfam K (E 950) | 9 |
| Cyclamat (E 952) | 7 |
| Saccharin (E 954) | 5 |
| Steviolglykoside (E 960) | 4 |
Für Zuckeralkohole wie Erythrit und Xylit wurde kein numerischer ADI abgeleitet. Hier begrenzt die Verträglichkeit die Menge.









