Clean Label heißt: kurze Zutatenliste
Clean Label bedeutet übersetzt „sauberes Etikett“. Gemeint ist eine Zutatenliste, die kurz und verständlich bleibt. Jeder Inhaltsstoff hat eine Aufgabe, überflüssige Hilfsstoffe fehlen. Wichtig zu wissen: Der Begriff ist nicht gesetzlich geschützt. Es gibt weder ein Siegel noch eine Prüfstelle, anders als bei Bio. Jede Marke darf ihn selbst verwenden. Deshalb nennen wir hier offen, welche Kriterien wir anlegen.
Hilfsstoffe sind Zutaten, die nicht wirken, sondern die Herstellung erleichtern: Trennmittel wie Magnesiumstearat, Füllstoffe und farbige Überzüge. Behörden bewerten sie in den üblichen kleinen Mengen als unbedenklich. Einen Nährwert haben sie nicht. Tabletten brauchen davon häufiger etwas als Kapseln, weil das Pulver gepresst wird. Viele Produkte in dieser Auswahl sind zugleich frei von tierischen Zutaten, das ist aber nicht automatisch dasselbe.
Unsere Kriterien für diese Auswahl
Clean Label ist bei uns kein Siegel, sondern eine Checkliste. Diese Punkte muss ein Produkt erfüllen, damit es hier auftaucht:
- Kurze Zutatenliste: jeder Stoff hat eine Funktion, nichts füllt nur Volumen auf.
- Keine künstlichen Farbstoffe: Kapselhüllen und Pulver bleiben ungefärbt.
- Keine synthetischen Süßstoffe: statt Sucralose oder Acesulfam-K zum Beispiel Stevia oder echte Zutaten wie Kakao.
- Keine Konservierungsstoffe in Pulvern, Kapseln und Tropfen.
- Offene Deklaration: Form und Menge jedes Inhaltsstoffs stehen auf dem Etikett, keine verdeckten Mischungen.
Vorsicht ist bei „ohne“-Versprechen angebracht, die nichts aussagen. Ist ein Zusatzstoff in einer Produktgruppe ohnehin nicht erlaubt, dann ist „ohne“ kein Qualitätsmerkmal. Und „ohne Farbstoffe“ schließt färbende Lebensmittel wie Rote Bete oder Spirulina nicht aus, denn die gelten rechtlich als Zutat. Ähnlich ist es bei Hefeextrakt, der wie ein Geschmacksverstärker wirkt. Wir lesen deshalb die Zutatenliste auf der Rückseite, nicht die Auslobung auf der Vorderseite.
Ein Punkt, den Clean Label nicht löst: Eine kurze Zutatenliste sagt nichts über die Dosierung und nichts über die Form eines Nährstoffs. Ein Produkt ohne Zusätze kann trotzdem zu niedrig dosiert sein. Auch Bio Nahrungsergänzung ist nicht automatisch clean, denn Bio regelt den Anbau, nicht die Rezeptur.
Clean Label bei unserer eigenen Marke BONO
Für unsere eigene Marke BONO ist Clean Label der Ausgangspunkt. Wo die Darreichungsform es zulässt, wählen wir eine pflanzliche HPMC-Kapsel, in der nur der Wirkstoff steckt. Sie enthält kein Magnesiumstearat, keine zugesetzten Füllstoffe und keine Farbstoffe. Bei L-Theanine, Ashwagandha und 5-HTP steht zum Beispiel neben der Kapsel nur eine einzige Zutat auf dem Etikett. Wir arbeiten mit bekannten Markenrohstoffen wie Magtein®, KSM-66® und Rebersa®, und die vollständige Dosierung jeder Zutat steht auf dem Etikett.
So entscheiden wir, was hier steht
Wir wählen nach drei Dingen aus: der Form eines Inhaltsstoffs, der Dosierung und Kombinationen, die Sinn ergeben. Bei Clean Label kommt die Rezeptur dazu. Bei jedem Produkt fragen wir: Ist dieser Zusatz nötig, oder erleichtert er nur die Produktion? Jedes Produkt geht vor dem Verkauf durch unser Compliance-Team. Nach über zehn Jahren wissen wir: Ehrliche Grenzen gehören dazu. Mehr dazu: wie wir Marken und Produkte auswählen.
Für wen sich diese Auswahl eignet
Clean Label lohnt sich vor allem, wenn du Zutatenlisten ohnehin liest, empfindlich auf Süßungsmittel oder Aromen reagierst oder Allergene sicher ausschließen möchtest. Dann hilft eine kurze Liste mehr als jedes Werbeversprechen. Auch wer täglich mehrere Produkte nimmt, achtet oft auf die Summe der Hilfsstoffe. Wenn dich vor allem der Geschmack stört, findest du Produkte auch frei von künstlichen Aromen gefiltert. Reduzierte Rezepturen kosten oft etwas mehr, weil natürliche Alternativen teurer sind und kleinere Chargen aufwendiger abgefüllt werden. Dafür weißt du bei jeder Kapsel, wofür du zahlst.